Eintracht im Umbruch


Selten gab es einen größeren Top-Favoriten in der 2. Fußball-Bundesliga als die Eintracht aus Frankfurt. Hertha BSC vielleicht letztes Jahr, die das 2-Ligajahr sichtbar nutzten und nun in der 1. Bundesliga eine gute Rolle spielen. Bei der Eintracht stockt aber seit einigen Spielen der Motor. Viele Möglichkeiten werden gesucht, um den Motor wieder auf Betriebstemperatur zu fahren.

Die Winterpause kam einer Erlösung für das geschlaucht wirkende Team gleich.
Jetzt in der Winterpause dominierten einmal mehr die Transfernachrichten in den lokalen Medien, sodass von einem weiteren Umbruch ausgegangen werden kann.
So wurde mit Theofanis Gekas der gefährlichste Stürmer zum türkischen Erstligisten Samsunsport transferiert.

Auch Abwehrspieler Stefan Bell wird nicht weiterhin dem Kader der Eintracht angehören und zu seinem Stammverein FSV Mainz 05 zurückkehren. Der 20-jährige kopfballstarke Defensivstratege kam an Schildenfeld und Anderson nicht vorbei. Auch bei Trainer Veh hatte er nicht immer die beste Lobby. Schwache Trainingsleistungen wurden kritisiert. Das Potential hat Bell definitiv. Immerhin wurde der ehemalige 1860 Münchenspieler vom italienischen Spitzenverein Inter Mailand beobacht und für tauglich befunden.

Bei Mainz besitzt er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 und sieht gute Perspektiven, was auch FSV-Manager Christian Heidel so bestätigt: „Nach der Kreuzbandverletzung von Bo Svensson wollten wir unseren Kader mit einem Innenverteidiger ergänzen, dem wir perspektivisch den Sprung in die Mannschaft zutrauen.“
Der verletzte Kapitän Pirmin Schwegler soll ab sofort durch den Neuzugang vom FC St. Pauli Matthias Lehmann ersetzt werden. Bisher enttäuschte der ehemalige Führungsspieler von Pauli bei den Frankfurtern jedoch auf ganzer Linie.

Nun liegt es ganz an ihm seine zahlreichen Kritiker mit guten Leistungen zu besänftigen.
Lehmann muss dem Eintrachtspiel seinen Stempel aufdrücken, Kommandos geben, den Rhythmus bestimmen. Aufgaben, an denen er wachsen, aber auch zerbrechen kann.
Der 28-Jährige ist sich seiner Aufgabe bewusst. Schwegler hat große Fußstapfen hinterlassen. Mehr als 100 Ballkontakte pro Partie sind eine große Bürde. Weshalb auch der „Stellvertreter“ weiß: „Pirmin ist ein sehr spezieller Spieler.“
Jetzt scheint sich die Eintracht nach all den schwierigen Transfers im Trainingslager in Katar so langsam gefunden zu haben. Harmonie ist eingekehrt. Ein Zustand, der lange vermisst wurde beim Traditionsverein aus der Mainmetropole.

Nun tanzt Edelreservist Rob Friend aus der Reihe, der gegenüber der „Bild“ zugab: „Dass ich nicht spiele, ist eine Katastrophe für meinen Marktwert.“
Die defensive Taktik, die zumeist nur auf den einen Stürmer Mo Iddrissou setzt, ist Hauptkritikpunkt des kanadischen Nationalspielers: „Ich wäre nicht gekommen, wenn ich gewusst hätte, dass hier meistens nur mit einem Stürmer gespielt wird.“
Mit Toren konnte der 30-jährige bisher auch keine effektive Eigenwerbung betreiben. Ein Treffer in sechs Spielen lassen seine Qualitäten für Trainer Veh nicht gerade unersetzlich werden.
Das Kernproblem ist die fehlende Schnelligkeit von Friend, der für das auf schnelle Ballstafetten und das schnelle Umkehrspiel der Eintracht nicht geschaffen scheint.
Zumindest macht Veh ihm Mut hinsichtlich eines kommenden Wechsels: „Wir haben momentan drei Stürmer, da ist ein Wechsel zu einem anderen Verein für mich kein Thema. Wenn wir aber einen neuen Stürmer bekommen sollten und er unglücklich ist, können wir reden.“
Es scheint, als hätte die Eintracht sich in diesem Winter mehr mit personellen Fragen, als mit einer gezielten Vorbereitung gekümmert.


Informationen
Quelle: www.fr-online.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Eintracht Frankfurt; 2.Bundesliga
Datum: 20.01.2012 19:57 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-eintracht-im-umbruch-779.html
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