FSV Frankfurt-Angreifer Verhoek tankt die familiäre Kraft


So ganz langsam kann FSV Frankfurt-Angreifer John Verhoek demonstrieren, warum er die Verantwortlichen beim deutschen Zweitligisten zu einer Verpflichtung animiert hat. Mit zuletzt guten Leistungen betreibt der 23-jährige Niederländer beste Eigenwerbung für sich selbst. Durch Verletzungen hat Verhoek nur einen schwachen Saisonstart gehabt.

Realismus ist eine ganz entscheidende Tugend, die für den Angreifer aus Frankfurt-Bornheim spricht, denn Verhoek weiß auch, dass sein Leistungspotential noch längst nicht ausgeschöpft worden ist. Fußballerisch hat der Angreifer mit seiner Laufstärke und Ballsicherheit enorme Fähigkeiten, doch auch Moral, Einsatz und Leidenschaft sind weitere Eigenschaften, die ihn sehr begehrt machen. Diese Tugenden erlernte er durch sein Leben neben dem Fußball, wie nach Angaben der „Frankfurter Rundschau“ deutlich geworden ist. Verhoek hatte es wahrlich nicht einfach, denn keine sieben Jahre liegen nun zurück, als er dreimal pro Woche aus dem Bett getrieben worden ist, um von vier Uhr in der Früh bis zur Mittagszeit dafür verantwortlich gemacht worden ist, dass er Gemüsekisten durch die Lagerhallen des väterlichen Betriebs zu tragen hatte. Doch neben dem Verständnis für seinen Vater ist es vor allem auch die Motivation und der Antrieb gewesen, dass sich Fleiß auch in einem anderen Gebiet auszahlen könnte, denn die Arbeit ermöglichte es ihm, dass er den Nachmittag zum Fußballspielen nutzen konnte. Die weiterführende Schule hat bei ihm keine Priorität genossen. Mittlerweile ist er Fußballprofi geworden. Die ganze Schinderei hat sich für den ehrgeizigen Stürmer mehr als gelohnt. Stolz meint er: „Ich weiß, was Arbeit ist.“ Eine Bedingung, die eine enorme Wichtigkeit für ihn erlangen wird, denn die bisherige Zeit beim biederen Zweitligisten FSV Frankfurt war beileibe keine unnachahmliche Erfolgsgeschichte. In sämtlichen Spielen kickte Verhoek auch mit. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass meistens nur ein Teilzeiteinsatz für ihn übrig geblieben ist. Das Ausleihgeschäft, dass für eine Spielzeit mit dem französischen Erstligaverein Stade Rennes vereinbart worden ist, hat sich für den kleinen Frankfurter Verein bislang noch nicht rentieren können.

Vor allem sind es Verletzungen gewesen, die ihn sein volles Leistungspotential nicht voll entfalten ließen. Die Spritzigkeit und die Beweglichkeit war bei ihm nicht explizit zu erkennen und deshalb war er für die t
aktischen Mittel von FSV-Trainer Benno Möhlmann nicht der geeigneteste Kandidat. Ehrlich räumt Verhoek im Rückblick ein: „Er war mit mir nicht zufrieden.“ Und gibt auch ehrlich zu: „Ich kann noch mehr.“ Die Ruhe am und mit dem Ball ist noch steigerungsfähig. Vor dem gegnerischen Gehäuse sollte er mehr Ruhe bewahren und noch effizienter werden. Selbstkritisch meint er: „Ich muss der Mannschaft noch mehr geben und mehr laufen. Ich muss für meinen Platz im Team kämpfen.“ Die letzten Spiele immerhin konnten ein wenig Hoffnung geben, denn Möhlmann setzte auf Verhoek als zweite Sturmspitze. Auch FSV-Sportdirektor Uwe Stöver ist davon überzeugt, dass sein Sommertransfer immer besser wird. Die neue Taktik mit zwei Angreifern ist für Verhoek ein großer Vorteil, denn Goalgetter Edmond Kapllani ist zweifelsfrei gesetzt. Verhoeks Ziel ist es ganz klar gewesen, dass er genügend Spielpraxis sammeln kann. Ehrlich räumt der eloquente Stürmer ein: „Die Bank ist scheiße.“ Und fügt hinzu: „Unser Trainer wechselt meistens, wenn der Gegner mit 1:0 führt. Deswegen müsste ich eigentlich hoffen, dass wir in Rückstand liegen. Aber das kann ich doch nicht machen.“ Womit er auch tatsächlich Recht hat, denn kein vernünftiger Mannschaftsspieler würde auf ein schlechtes Resultat seiner eigenen Mannschaft setzen, damit seine eigenen Spielchancen steigen können. Ganz elementar ist auch für Verhoek, dass seine Familie für ihn eine besondere Bedeutung haben wird. Am Riedberg wohnt er zusammen mit seiner Ehefrau. Beide freuen sich auf die Ankunft ihres ersten Sohnes, der im Februar zur Welt kommen soll. Über die familiäre Situation meint er:
„Ich habe großen Respekt vor meiner Frau“, und fügt dankbar hinzu: „Sie macht alles für mich. Wenn ich nach Katar gehen würde, ginge sie mit.“ Dies stellt jedoch realistisch gesehen keine ernsthafte Alternative für ihn dar, da er auch die Nähe zur Heimat Niederlande genießen kann. In wenigen Stunden ist er bei seiner Familie. Auch diese Tatsache gibt ihm enorm viel Kraft. Kraft, die er auch unbedingt benötigen wird.


Informationen
Quelle: www.fr-online.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: FSV Frankfurt; Möhlmann; Kapllani; Verhoek; Stöver
Datum: 08.11.2012 15:59 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-fsv-frankfurt-angreifer-verhoek-tankt-die-familiaere-kraft-2750.html
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