Hansas Bilanz des Grauens


Es ist wahrlich zum Schämen, wenn man in diesen Tagen Fan vom Zweitligisten FC Hansa Rostock ist. Nun ist, der im Winter runderneuerte Kader, bis auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt. Ein Zustand, der schnellstmöglichst beendet werden sollte.

Es wird vieles verändert an der Ostseeküste, Trainer Vollmann wurde entlassen, mit Wolfgang Wolf kam ein erfahrener Trainer-Veteran, der den Profifußball kennt und bei renommierten Vereinen in der Bundesliga sein Können unter Beweis gestellt hat. Auch der Kader wurde runderneuert, sodass die Frage bleibt, was jetzt noch passieren muss, damit Hansa endlich gut Fußball spielt und vor allem auch Punkte holt.

Die „rote Laterne“ leuchtet in der Hansestadt Rostock. Noch nie in der 20-jährigen Bundesligazugehörigkeit war der Verein so tief gesunken. Die Konkurrenz konnte fleißig Punkte sammeln, während der stolze FC Hansa Rostock mit der 1:2 Niederlage in Bochum zum Verlierer des Spieltags mutierte. Die Bilanz ist ernüchternd: Seit mittlerweile neun Spielen ist die „Hansa-Kogge“ ohne Sieg, unter Neutrainer Wolfgang Wolf wurde in drei Spielen erst ein Zähler geholt. Zu wenig, auch wenn Wolf mit Durchhalteparolen Optimismus verbreiten möchte: „Das dreht sich wieder, denn so kann es nicht weitergehen“, macht er allen Beteiligten Mut. In mittlerweile acht Wochen wurde an vielen Stellschrauben gedreht. So gab es mit Borg, Jordanov und Janecka neues Personal. Auch neue Trainingsmethoden und neue Reizpunkte wurden bewusst gesetzt. Ein Effekt, der bisher völlig verpufft ist. Die Hansa-Elf macht unter dem neuen Trainer die gleichen Fehler wie unter dem alten.

Da ist zum einen die Angriffsfläche. Mit 14 erzielten Toren stellen die Hansa-Angreifer den schwächsten Sturm der gesamten Liga. Der Spielaufbau ist deutlich zu langsam, es werden zu schnell einfache Bälle verloren. Die Konsequenz ist, dass nur wenige Torchancen kreiert werde
n. Mit den wenigen Tormöglichkeiten wird auch noch kläglich umgegangen. Als perfektes Beispiel dient der Elfmeter-Fehlschuss von Marek Mintal beim verlorenen Spiel in Bochum. Der Coach erklärt sich das: „Er hatte an der zentnerschweren Last zu knabbern.“ Dennoch glaubt der Ex-Profi, dass der ehemalige Torschützenkönig der ersten und zweiten Liga, diese schwierige Phase überstehen wird: „Er muss da durch, und er kommt da auch durch.“

Auch die Zweikampfschwäche ist ein weiterer Punkt für den desaströsen Ist-Zustand. Oft sind die Kicker zu spät am Ball und können sich nur noch mit einem Foul behelfen. Der fünfte Platz wird von Hansa in dieser unrühmlichen Statistik belegt. Ein negativer Aspekt ist, dass Hansa dem Gegner damit zu viele Standardsituationen gewährt und dabei auch noch besonders anfällig ist – wie in Bochum. Die Statistik lügt nicht. 16 der 32 Gegentore resultierten durch Standards. Fehlende Konzentration ist als Hauptkritikpunkt hierbei zu sehen. Auch die Sperren wichtiger Leistungsträger ist ein Punkt, der das Team enorm schwächt. So fehlten gegen Dresden Timo Perthel, in Bochum Robert Müller und Michael Wiemann und gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth Sebastian Pelzer. Mit 55 kassierten Gelben Karten belegen die Hansestädter den dritten Platz – hinter KSC und Duisburg. Schon knapp vier Monate liegt der letzte Sieg zurück, als gegen 1860 München gewonnen werden konnte.

Gegen den MSV Duisburg muss unter allen Umständen das Heimspiel gewonnen werden. Dann könnte zumindest der letzte Tabellenplatz verlassen werden und ein weiterer Kontrahent in den Abstiegskampf hineingezogen werden.


Informationen
Quelle: kicker.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: FC Hansa Rostock
Datum: 10.02.2012 19:24 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-hansas-bilanz-des-grauens-805.html
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