Köln-Boss Spinner: „Wir wollen aufsteigen, wir müssen aber nicht“


Köln-Boss Spinner: „Wir wollen aufsteigen, wir müssen aber nicht“
Bild: dfb.de
Zweitligist 1. FC Köln hat bisher zwei Meisterschaftsspiele und ein DFB-Pokalmatch in dieser Serie absolviert und hat insgesamt einen eher durchwachsenen Saisonstart hingelegt. Nun hat sich der Kölner-Boss im Gespräch mit dem „Kölner Stadt Anzeiger“ zu verschiedenen hochinteressanten Themen geäußert. Vor allem der eher mäßige Saisonstart und die Problematik bezüglich der Pyrotechnik beim jüngsten Pokalspiel bei Eintracht Trier sind hochinteressante Gesprächsthemen.

„Ein erstes Fazit wollen aber erst nach fünf Spielen ziehen“

Spinner zeigt sich alles andere als unzufrieden bei diesem Saisonstart, denn er sieht die gesteckten Ziele durchaus erreicht, wenn er folgendes bekannt gibt: „Ordentlich. Wir haben in zwei schweren Spielen gute Phasen gehabt und souverän die zweite Pokalrunde erreicht. Man sieht ja anhand des Ausscheidens anderer Teams, dass das nicht so leicht ist. Ein erstes Fazit wollen wir aber erst nach fünf Spielen ziehen. Detaillierte Beurteilungen der sportlichen Leistung sind ansonsten Sache unserer sportlichen Leitung, nicht des Präsidenten.“ Bekanntlich wurde im Mitgliederbrief zum Saisonende der Aufstieg in diesem Jahr als klares Ziel genannt. Nach drei absolvierten Pflichtspielen betrachtet er die die neue sportliche Leitung Stöger/Schmadtke wie folgt: „Im Mitgliederbrief haben wir damals gesagt, dass wir aufsteigen wollen. Daran hat sich nach zwei Punktspielen nichts geändert. Entsprechend haben wir uns auch aufgestellt, sowohl die Spielertransfers als auch das neue Trainerteam als auch die Verpflichtung von Jörg Schmadtke sind vor dem Hintergrund dieses Ziels zu sehen und erhöhen unsere Chancen. Ich will aber noch mal betonen: Wir wollen aufsteigen heißt nicht, dass wir aufsteigen müssen. Diese vermeintliche Feinheit ist mir wichtig.“

„Damals standen wir am Anfang eines Umbruchs, jetzt stehen wir am Anfang eines Aufbruchs“

Vor einem Jahr hat der 1. FC Köln wegen eines suboptimalen Saisonstarts die ganze Saison über einem eklatanten Punkterückstand hinterherlaufen müssen. Spinner möchte diese Situation jedoch keineswegs miteinander vergleichen, wenn er sagt: „Nein, weil wir in einer ganz anderen Situation waren. Damals standen wir am Anfang eines Umbruchs, jetzt stehen wir am Anfang eines Aufbruchs. Das sind zwei unterschiedliche Ausgangslagen.“ Über mögliche Neuverpflichtungen kann Spinner keine dezidierte Auskunft geben: „Das müssen Sie die Herren der Geschäftsführung fragen. Wie gesagt: Ende August ziehen wir eine erste Bilanz.“ Auch die Personalie des langjährigen FC-Sturmführer Milivoje Novakovic sieht er nicht in seinem Betätigungsfeld. Er hat dafür fähige Leute erkannt, die sich intensiver mit dieser hochspannenden Personalie beschäftigen können, wie er gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ offen und ehrlich eingeräumt hat: „Damit beschäftigen wir uns, wenn er aus Japan zurückkommt. Aber auch das ist eine Frage, die operativ von Herrn Schmadtke und Herrn Wehrle im Interesse des Klubs beantwortet werden wird.“

„Nicht jeder, der sich danebenbenimmt, ist ein Ultra“

In den jüngsten beiden emotionalen Duellen gegen Fortuna Düsseldorf in der Meisterschafts und Eintracht Trier im DFB-Pokal gab es massive Verfehlungen der
Fans im Bereich von Gewalt und Pyrotechnikeinsatz. Spinner kündigt an, dass zeitnah eine Kommunikation mit Fanvertretern stattfinden wird, um solche Eskapaden zukünftig vermeiden zu können. Er hat eine klare Meinung dazu, wenn er sagt: „ Nicht jeder, der sich danebenbenimmt, ist ein Ultra. Ich mag solche Etikettierungen nicht. Gegen Düsseldorf war im Stadion alles wunderbar, die Krawalle gab es außerhalb. Und zwar von beiden Seiten, nachdem von Düsseldorfer Seite völlig unnötig provoziert worden war. Ich tue mich sehr schwer damit, Leute, die mit Steinen auf KVB-Bahnen werfen, vor allem unter der Rubrik „Fans“ zu betrachten. Was in Trier passiert ist, war eine Grenzüberschreitung, die mich auch persönlich trifft und ärgert. Ich weiß, dass auch in Kreisen der aktiven Fans dies als Grenzüberschreitung gesehen wird. Darüber werden wir nächste Woche in der AG Fankultur sehr deutlich reden. Wir bleiben auf dem Weg des Dialogs, und davon lasse ich mich auch von Rückschlägen nicht abbringen.“ Eine echte Erklärung dafür hat er jedoch nicht ausfindig machen können, wie er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ verraten hat: „Ich habe dafür keine Erklärung und bin gespannt, ob es nächste Woche jemanden gibt, der uns eine Erklärung liefern kann. Denn alle hatten den Eindruck, dass unsere Dialogkultur Früchte trägt.“

„Die Pyro-Problematik ist nicht auf den FC beschränkt“

Eine echte Idee, was der Verein gegen solche Auswüchse tatsächlich tun kann, hat der meinungsstarke und umtriebige Spinner jedoch nicht. Er macht Vorschläge, die jedoch noch in die Tat umgesetzt werden müssen. Besonders die Lösung der Problematik rund um die Pyrotechnikdebatte macht ihm persönlich sehr zu schaffen, wenn er sagt: „Die Pyro-Problematik ist nicht auf den FC beschränkt. Teile der aktiven Fanszene aller Klubs weigern sich, dem Pyro-Verbot Folge zu leisten, und wollen ihr vermeintliches Recht auf Feuerwerk mit allen Mitteln durchsetzen – selbst gegen die Interessen des eigenen Vereins. Das hat etwas mit Selbstdarstellung zu tun. Gegen diese Haltung kommen wir als einzelner Verein nur mit permanenten Gesprächen an. Aber wir versuchen alles, was möglich ist. Wir sind in ständigem Dialog, wir klären über die fatalen Folgen der Pyro-Aktionen auf, wir haben unseren Ordnungsdienst verstärkt und versuchen, Täter zu ermitteln und in Regress zu nehmen. Ich gehe davon aus, dass es eine Reihe von Schadensersatzklagen geben wird. Der 1. FC Köln hat vermutlich die besten Fans in Deutschland, und darauf sind wir stolz. Mit mir können die Fans über alles reden. Aber es wissen alle, dass es zum Thema Pyrotechnik keine Diskussion gibt. Und da geht es mir nicht nur um das Image. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im Stadion ist verboten. Und Punkt.“


Informationen
Quelle: ksta.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Werner Spinner, 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Eintracht Trier
Datum: 06.08.2013 12:25 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-koeln-boss-spinner--„wir-wollen-aufsteigen--wir-muessen-aber-nicht“-6781.html
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