Kölns-Chihi selbstbewusst: „Wenn wir einmal ins Rollen kommen, sind wir nur schwer zu schlagen“


Kölns-Chihi selbstbewusst: „Wenn wir einmal ins Rollen kommen, sind wir nur schwer zu schlagen“
Bild: dfb.de
Kölns-Offensivspieler Adil Chihi ist vom Verletzungspech wahrlich arg gebeutelt worden. Seit Februar 2010 musste der 25-jährige marokkanische Nationalspieler schon fünf schwere Verletzungen verkraften, die ihn oft zu monatelangen Pausen gezwungen haben. Nun kehrt der Dribbelkönig wieder in die Mannschaft zurück und erhofft sich im Gespräch mit der „Bild-Zeitung“ vor allem eine verletzungsfreie restliche Saison.

„Mittlerweile sehe ich die Verletzungen differenzierter“

Trotz der gesamten Problematik rund um sein Verletzungspech hat er noch die feste Überzeugung, dass der Faktor Glück etwas ist, woran er glauben kann: „Klar, ich habe Glück, dass ich Fußball spielen darf.“ Trotz der zahlreichen Verletzungen blickt er optimistisch nach vorne, wenn er deutlich macht: „Das bringt der Beruf halt mit sich. Man muss immer weiterarbeiten – und das mache ich. Bei meiner ersten Verletzung ist für mich eine Welt untergegangen. Mittlerweile sehe ich die Verletzungen differenzierter.“

„Ich bin reifer und erwachsener geworden“

Und durch die größer werdenden Erfahrungswerte mit den Verletzungen geht Chihi auch deutlich relaxter mit dieser komplizierten Situation um, wie er der „Bild-Zeitung“ verraten hat: „Es entsteht eine gewisse Routine, damit umzugehen. Ich habe für mein Leben viele Dinge gelernt – vor allem dass man kämpfen muss. Ich bin reifer und erwachsener geworden. Ich sehe es nicht mehr als selbstverständlich an, Fußballer zu sein. Früher war es normal für mich, Profi zu sein. Ich schätze das jetzt viel mehr. Überlegen Sie mal, wie hart manche für ihr Geld arbeiten müssen...“ Deshalb wehrt er sich auch massiv gegen die etwas provokant wirkende Frage der Bild-Zeitung, ob sein Körper für den harten Profifußball nicht geschaffen sein könnte: „Nein. Ich war letzte Woche nach Absprache mit unseren Ärzten beim Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt. Er sagte: Du hast jetzt sieben starke Jahre vor dir! Das macht mir Mut.“ Und er versucht auch die Kritiker zu widerlegen, die erklärt haben, dass er für die „Knochenmühle“ Profifußball nicht geschaffen sein würde: „So ein Quatsch! Ich habe genug Kraft für den Profi-Fußball. Ich habe auch keinen schwachen Körper oder schwache Muskeln. Es war halt verdammt viel Pech bei den Verletzungen dabei...“

„Ich bin immer zurückgekommen, unter jedem Trainer“

An ein mögliches Karriereende hat er sich mit seinen jungen 25 Jahren keine intensiveren Gedanken gemacht. Gründe nennt er dafür wie folgt: „D
as gibt es für mich nicht. Ich bin immer zurückgekommen, unter jedem Trainer. Und das werde ich auch diesmal.“ Eine erfreuliche Nachricht ist sicherlich die Tatsache, dass er von zahlreichen SMS benachrichtigt worden ist, die ihm spürbar Kraft verleihen: „Ja, sehr viele. Die Leute schreiben dann zum Beispiel: Wir brauchen dich! Zuletzt hat sich sogar unser Ex-Trainer Holger Stanislawski gemeldet. Und Volker Finke! Vom FC natürlich auch Peter Stöger. Das hat mich sehr gefreut.“ Jetzt konnte er nach gut zwei Monaten endlich wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. Nun möchte er sich noch keinen genauen Termin nennen, wann er wieder im FC-Trikot in einem Pflichtspiel eingesetzt wird: „Ich überstürze nichts. Klar will ich dabei sein. Aber Druck mache ich mir nicht. Sagen wir es mal so: Ich will der Mannschaft in dieser Saison noch helfen.“

„Ich habe keine Angst vor Konkurrenz“

Bekanntlich ist die Konkurrenz mit Spielern wie Peszko oder auch Halfar noch deutlich erhöht worden. Die beiden Neuzugänge verkörpern einen ähnlichen Spielertyp wie Chihi und werden ebenfalls bevorzugt auf den offensiven Außenpositionen eingesetzt. Die Qualität wird jedoch deutlich gesteigert durch die Einzelspieler. Auch deshalb zeigt Chihi keinerlei Angst vor der Konkurrenz auf seiner angestammten Position: „Die war in der ersten Liga auch nicht geringer – und da habe ich gespielt. Ich habe keine Angst vor Konkurrenz.“ Trotz der zahlreichen, unglücklich verlaufenen Verletzungen zeigt sich Chihi insgesamt absolut zufrieden mit seinem Leben. Dies kann er auch wie folgt begründen: „Die brauche ich nicht. Ich bin mit dem zufrieden, was Gott mir gibt. Es geht immer weiter, das habe ich in den letzten Jahren gelernt.“ Auch über die Qualität der Kölner-Mannschaft zeigt er sich absolut überzeugt. Allerdings weiß er auch, dass die Mannschaft erst einmal ihre spielerische Linie finden muss, bevor sie tatsächlich als echter Aufstiegskandidat betrachtet werden kann: „Wenn wir einmal ins Rollen kommen, sind wir schwer zu schlagen. Davon bin ich überzeugt. Genau wie vom Aufstieg.“


Informationen
Quelle: bild.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Adil Chihi, 1. FC Köln, Peszko, Halfar,
Datum: 23.08.2013 13:16 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-koelns-chihi-selbstbewusst--„wenn-wir-einmal-ins-rollen-kommen--sind-wir-nur-schwer-zu-schlagen“-7104.html
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