KSC-Manager Todt: „Wir wollen die Klasse halten und einfach schauen, was geht“


Nach seiner aktiven Profikarriere, die mit Stationen beim SC Freiburg, SV Werder Bremen und dem VfB Stuttgart unter anderem versehen wurde, hat Jens Todt nach seiner aktiven Karriere verschiedene Jobs ausgeübt. So war der Ex-Nationalspieler schon als Chefscout bei Hertha BSC, als Nachwuchsleiter beim Hamburger SV und als Redakteur bei "Spiegel Online" - im Panorama-Ressort aktiv. In der abgelaufenen Serie war er als Sportdirektor beim VfL Bochum tätig, bevor er zur neuen Saison beim Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC seinen Dienst begonnen hat. Nun äußert er sich im Gespräch mit Sport1.de zu den aufkommenden Themen vor dem heutigen Match seines KSC beim FSV Frankfurt.

Todt über seine ersten Wochen beim KSC

Seit gut einem Monat ist Jens Todt beim Karlsruher SC tätig. Über seine ersten Wochen berichtet er nun wie folgt: „Die war für mich sehr spannend. Es geht natürlich immer darum, viele Gesichter zuzuordnen und ganz schnell alle kennenzulernen. Es gab aber eine gute Vorarbeit und der Kader stand ja weitestgehend, als ich angefangen habe. Seit ich da bin, wurden nur noch zwei Transfers gemacht, so dass da nicht allzu viele Baustellen auf mich warteten.“

„Wir rechnen und schon etwas aus“

Beim letztjährigen Tabellenvierten aus Frankfurt wird es für den KSC eine echte Herkulesaufgabe geben. Dies ist auch Todt bewusst, der die neue Rolle des KSC in diesem Spieljahr erwähnt: „Auf dem Papier werden wir in der neuen Saison nicht oft als Favorit in ein Spiel gehen. Wir wollen die Klasse halten und einfach schauen, was geht. Das Vorgeplänkel mit den Testspielen ist vorbei und jetzt zählt es in Frankfurt. Wir rechnen uns da schon etwas aus. Ich werde jedenfalls auf der Bank sitzen und freue mich, dass es losgeht.“

„Wir sind sehr optimistisch“

Über die Begeisterungsfähigkeit in der Stadt des Bundesliga-Gründungsmitglieds kann er wie folgt berichten: „Euphorie wäre zu viel gesagt, aber es herrscht eine gute Stimmung in der Stadt und man hat das Gefühl, dass es für den Verein nach einer langen Talsohle etwas Aufwind gibt. Wir sind sehr optimistisch. Ich glaube, in Karlsruhe gibt es eine große Neugier auf den KSC und eine Sehnsucht nach besseren Zeiten, Profi-Fußball und neuen Erfolgen. Die letzten Zweitliga-Jahre waren mit Platz 15 und 16 und einem Abstieg nach einer Relegation denkbar schwierig. Wir gehen zwar mit einem unterdurchschnittlichen Etat in die Saison, aber wir spielen mit offenen Karten und denken positiv.“ Über den Reiz, den der KSC ausmacht, kann er folgendes berichten: „ Man kann in dem Verein etwas entwickeln. Man muss aber ehrlich sein: In den letzten Jahren sind sicherlich einige Vereine am KSC vorbeigezogen. Das alte Stadion zum Beispiel hat immer noch Charme, denn in der Vergangenheit hat es da viele tolle Spiele gegeben. Dennoch bringt Charme am Ende keine Punkte. Eins dürfen wir nicht vergessen: Es gibt in Karlsruhe ein gr
avierendes Stadion-Problem und es ist ein krasser Wettbewerbs-Nachteil für uns, dass wir ein veraltetes Stadion haben.“

„Es herrscht aber zum Glück eine grundsätzliche Bereitschaft, dem Verein zu helfen“

Das altehrwürdige Wildparkstadion ist eine Erinnerung an die gute, alte Fußballzeit, wo Tartanbahn noch Usus waren, ebenso wie unüberdachte Plätze. Trotzdem möchte der meinungsstarke Todt sich diesbezüglich nicht über die Vorgehensweise der Stadt mokieren: „Nein, aber die wichtigste Frage ist einfach, ob sie ein neues Stadion baut. Da geht es jetzt auch in die heiße Phase. Dieser Punkt ist für den Klub der Wichtigste, der jetzt ansteht. Mit so einem Stadion kannst du dauerhaft keine gute Rolle spielen. Es gibt da im deutschen Fußball kein Beispiel. Es herrscht aber zum Glück eine grundsätzliche Bereitschaft, dem Verein zu helfen.“

„Der KSC hat eine exzellente Nachwuchsarbeit“

In der abgelaufenen Serie hat der KSC nach einem schwachen Saisonstart eine sensationelle Aufholjagd hinlegen können, die mit der Meisterschaft in der 3. Liga gekrönt worden ist. Nun nennt Todt Gründe, warum die Entwicklung des KSC erfreulich ist: „Der KSC hat eine exzellente Nachwuchsarbeit mit einem Leistungszentrum, welches die höchste Bewertung von drei Sternen erhielt. Das ist eine tolle Leistung. Wir wollen sie auf dieser exzellenten Basis weiter ausbauen. Es gibt eine Untersuchung der Universität Karlsruhe, die aussagt, dass es in den letzten fünf Jahren nur in zwei Vereinen ähnlich viele Spieler aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft geschafft haben, das sind Freiburg und Mainz. Darauf kann man stolz sein. Der Nachwuchs wird eine ganz wichtige Säule für zukünftige Erfolge sein.“

„Ich war bei allem, was ich getan habe, glücklich“

Über seinen eigenen Werdegang berichtet er wie folgt: „Ich war bei allem, was ich getan habe, glücklich. Ich bin einfach neugierig gewesen, glaube auch, dass es noch andere Dinge gibt, die ähnlich spannend sind wie Fußball. Alle Aufgaben haben mir großen Spaß gemacht. Ich sehe mich nicht als einer, der immer hin- und herspringt. Ich denke schon, dass bisher in meinen Weg nach der Spielerkarriere eine innere Logik drin steckte.“


Informationen
Quelle: sport1.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Karlsruher SC, Jens Todt, FSV Frankfurt, Vf L Bochum
Datum: 21.07.2013 12:31 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-ksc-manager-todt--„wir-wollen-die-klasse-halten-und-einfach-schauen--was-geht“-6547.html
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