Paderborn-Trainer Breitenreiter: „Uns haben Herz und Leidenschaft gefehlt“


Paderborn-Trainer Breitenreiter: „Uns haben Herz und Leidenschaft gefehlt“
Bild: dfb.de
Mit einem wenig beeindruckenden Torverhältnis von 0:5 belegt der SC Paderborn 07 derzeit den letzten Tabellenplatz in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach der 0:1-Auftaktniederlage beim 1. FC Kaiserslautern folgte am letzten Spieltag ein desaströses 0:4 bei FC Energie Cottbus. Der Druck wird für den neuen SCP-Trainer Andre Breitenreiter deutlich größer. Der aus Havelse verpflichtete Übungsleiter zeigt sich im Gespräch mit dem Westfalen-Blatt jedoch relativ entspannt, wenn er sagt: „Ich sehe keinen Grund, verrückt zu spielen.“

„Die Mannschaft hat sich nicht an den taktischen Plan gehalten“

Seit Mitte Juni arbeitet Breitenreiter als Trainer des SCP. Betont locker und überaus souverän hat er sich seitdem präsentieren können. Nun wird der Druck nach diesem kapitalen Fehlstart jedoch deutlich größer, denn nun muss der Ex-Profi Ergebnisse abliefern. Bis Mittwoch hat er dennoch vorläufig seinen Spielern frei gegeben.. Nun spricht er klare Worte: „Die Mannschaft hat sich nicht an den taktischen Plan gehalten, sie hat viel zu hoch verteidigt. Jeder einzelne muss sich hinterfragen und sollte nicht auf andere zeigen. Wir müssen uns mehr wehren und ich werde genau hinsehen, auf wen ich mich verlassen kann.“

„Der Gegner hatte es zu einfach“

Wie so oft in solch einer Situation werden ausdrücklich die Trainingsleistungen gelobt. Das Spiel in Cottbus glich schon fast einem Offenbarungseid, was auch der sonst so motivierende Trainer festgestellt hat: „Uns haben Herz und Leidenschaft gefehlt. Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten, sich gegen die Niederlage stemmen – davon war nichts zu sehen. Der Gegner hatte es zu einfach.“ Zugleich hat er das Problem aus der Vorsaison bereits erkannt: „Der eine oder andere ist zu bequem. In der vergangenen Saison hat die Mannschaft immer nur dann überzeugt, wenn es darauf ankam. Aber das ist mir zu wenig, ich muss immer Vollgas geben. Nur dann kann ich maximalen Erfolg haben, und den möchte ich.“

„Wir haben viel zu viele Fehler gemacht“

Sehr enttäuschend war ganz gewiss die etwa 1000 Kilometer weitere Reise für die rund 100 mitgereisten Paderborner-Anhänger, die sichtlich enttäuscht das Cottbuser-Stadion verließen. Immerhin war nach der zweiten Pleite im zweiten Match bei den Spielern die Selbstkritik zu konstatieren, die Hoffnung auf Besserung bereiten kann. Besonders der aus Cottbus verpflichtete Uwe Hünemeier hat sich seine Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte deutlich anders vorgestellt. Offen sprach er folgende
s an: „Wir haben die Vorgaben nicht umgesetzt und viel zu viele Fehler gemacht. Die hat Energie gnadenlos ausgenutzt und bestraft.“ Immerhin haben ihn die Energie-Fans während und nach dem Spiel frenetisch gefeiert, was er als eine Art Anerkennung betrachtet: „Ich sehe das als Anerkennung dafür, was ich hier geleistet habe, aber dafür kann ich mir nichts kaufen. Ich wäre lieber ausgepfiffen worden und hätte stattdessen gewonnen.“

„Wir waren eine Klasse schlechter“

Für SCP-Manager Michael Born ist solch eine Vorstellung unverständlich gewesen. Dies machte er im Gespräch mit dem „Westfalen-Blatt“ auch deutlich: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man so wenig Kompaktheit haben kann. Nach jedem langen Ball des Gegners stand ein Spieler frei vor unserem Tor.“ Ehrliche Worte fand auch der erfahrene Defensivspezialist Jens Wemmer: „Wir waren eine Klasse schlechter, alles muss besser werden. Wir müssen uns an unsere eigene Nase fassen.“

Breitenreiter lobt Kapitän Krösche

Trotz dieser frustrierenden Tabellensituation versuchen die Paderborner zukünftig sich auf positive Aspekte zu konzentrieren. Breitenreiter wollte ausdrücklich den langjährigen Paderborn-Spieler Markus Krösche loben, als er erklärte: „Auch wenn Cottbus in der zweiten Hälfte zwei bis drei Gänge zurückgeschaltet hat, haben wir da 0:0 gespielt.“ Zugleich fügte er hinzu: „Auch wenn Markus noch nicht bei 100 Prozent ist, er hat viel gesprochen und für Stabilität gesorgt.« Für Wemmer sollte diese Leistung positiv sein und er ergänzte, „dass uns das ein mahnendes Beispiel sein sollte.“ Am Dienstag gibt es die Chance zur Wiedergutmachung, wenn der MSV Duisburg in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde auf die Domstadtkicker warten wird. Gegen den Zwangsabsteiger aus der zweiten Bundesliga, der mittlerweile ein Dasein in der Drittklassigkeit fristet, wird ein Weiterkommen erwartet. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird der Druck noch extremer.


Informationen
Quelle: westfalen-blatt.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Wemmer, Paderborn, Markus Krösche, Breitenreiter, Energie Cottbus
Datum: 30.07.2013 18:32 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-paderborn-trainer-breitenreiter--„uns-haben-herz-und-leidenschaft-gefehlt“-6688.html
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