RB Leipzig-Boss Mateschitz will mittelfristig mit Bayern und Dortmund konkurrieren


Die 2. Fußball-Bundesliga soll für Aufsteiger Rasen Ballsport Leipzig nur eine Durchgangsstation sein. Dies hat nun auch der österreichische Getränkemilliardär Dietrich Mateschitz einmal mehr deutlich zum Ausdruck bringen können. So weiß der Mäzen des sächsischen Vereins auch, dass eine Meisterschaft in der deutschen Bundesliga für die Bullen nur noch eine Frage der Zeit sein werden, wie er nun klarstellen kann: „Ein paar Jahre vergehen ja schnell, aber irgendwann wird es so sein.“

Durchmarsch ist kein „Pflichtaufstieg“

Sicherlich werden viele RBL-Gegner nun denken: Hochmut kommt vor dem Fall. Die fußballinteressierten Zeitgenossen wissen jedoch auch, dass die Qualität im Kader von Trainer Alexander Zorniger höchsten Zweitliga-Ansprüchen genügen kann. Zunächst einmal möchten die Bullen jedoch am kommenden Samstag ihr Heimspiel gegen den VfR Aalen um 13.00 Uhr siegreich gestalten und damit einen ersten Schritt gehen, um die ambitionierten Ziele von Mateschitz mit Leben zu erfüllen. Dennoch will der mächtige Mann im Hintergrund den Druck nicht zu groß werden lassen und möchte in dieser Spielzeit nicht von einem „Pflichtaufstieg“ sprechen.

„Wer von uns den Durchmarsch erwartet, verkennt die Realität“

Der 70-Jährige demonstriert Geduld, wenn er sagt: „ Natürlich benötigen wir ambitionierte Ziele, und sportlich gesehen wäre es auch sicherlich kein Nachteil, wenn wir möglichst rasch in die Erste Liga kommen. Andererseits brauchen Dinge auch ihre Zeit und Konsolidierungsphasen." Realismus predigt auch RBL-Trainer Alexander Zorniger gegenüber „welt-online.de“: „Wer von uns den Durchmarsch erwartet, verkennt die Realität. Wir sind Aufsteiger, haben keine fertigen Stars dazu geholt, sondern Jungs, die sich mit und bei uns weiterentwickeln sollen." Ob das wirklich der Wahrheit entspricht mit dem ausschließlichen Kauf von Spielern, die weiterentwickelt werden, mag dahingestellt sein, denn zuletzt kam das belgische Top-Talent Massimo Bruno für eine Ablösesumme von bis zu sieben Millionen Euro. Um Champions League-Qualifikationsluft schnuppern zu können, ist er jedoch direkt an RB Salzburg weiterverliehen worden. Falls es mit der Qualifikation nichts werden sollte, könnte er zeitig in die Messestadt zurückkehren.

Echte Qualitätstransfers dazu geholt

Dazu sind fünf weitere Neuzugänge verpflichtet worden. Mit Angreifer Terrence Boyd von Rapid Wien gelang ein echter Qualitätstransfer. Dazu kommt mit Rani Khedira, der jüngere Bruder von Weltmeister Sami Khedira vom VfB Stuttgart. Allerdings hat sich der US-amerikanische Nationalspieler einen Kreuzbandanriss im rechten Knie zugezogen, weshalb er bis zu drei Monate ausfallen könnte. Am gestrigen Abend gesellte sich noch das erst 19-jährige Talent Zsolt Kalmar aus Ungarn dazu. Der technisch starke offensive Mittelfeldspieler wird mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2019 ausgestattet und wechselt vom ungarischen Vizemeister FC Györi ETO in das deutsche Fußball-Unterhaus. Zuletzt hat er in seinem Heimatland während der U19-Europameisterschaft positiv auf sich aufmerksam machen. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick zeigt sich über diesen Wechsel ausgesprochen erfreut, wenn er zu berichten weiß: „Zsolt Kalmar ist eines der größten ungarischen Talente und passt mit seinen Fähigkeiten hervorragend zu uns. Er ist ein junger Spieler mit großem Potenzial, verfügt trotz seines jungen Alters bereits über ausreichend Erfahrung und übernimmt Verantwortung.“

Mateschitz zeigt sich ambitioniert

Auch dieser Zugang hat einmal mehr eindrucksvoll beweisen können, dass man perspektivisch an die deutsche Spitze möchte. Mittelfristig will er mit den beiden deutschen Vorzeigevereinen Bayern München und Borussia Dortmund konkurrieren. Mateschitz zu dieser Zielsetzung: „Wenn wir das nicht irgendwann einmal wollten, sollten wir den Fußball besser an den Nagel hängen."

Mateschitz glaubt nicht an fehlende RBL-Sympathie in Deutschland

Si
cherlich ist solch eine Ambition für einen erfolgreichen Geschäftsmann wie Mateschitz absolut verständlich. Allerdings ist es auch nur allzu verständlich, dass bei den vielen traditionsbewussten Fußball-Romantikern in Deutschland dieses ganz spezielle Leipziger-Geschäftsmodell nicht gerade auf Sympathie stoßen kann, eben, weil die Ideale und Werte des allgemeinen Fußball-Fans mit Füßen getreten werden. Mateschitz glaubt nicht daran, dass sich die Zahl der RBL-Gegner immer mehr verstärkt hat. So kann zu zu dieser Thematik sagen: „Deutschlandweit war das nie ein Thema, außer innerhalb einiger Klubs und innerhalb einiger Medien. Aber auch dort beschränkt sich das auf eine relativ geringe Anzahl von Personen, die wahrscheinlich auch schon in ihrer Grundhaltung dafür sind, dass sie dagegen sind."

Deutsche Teams wollen nicht gegen RBL testen

RB Leipzig ist gelinde gesagt eine ziemlich unbeliebte Mannschaft in der deutschen Fußball-Republik, wenn man sich all die abgesagten Testspiele anschaut, die aufgrund von Fan-Protesten nicht durchgeführt werden konnte. Dies ist etwa auch der Grund gewesen, weshalb in der diesjährigen Vorbereitung zumeist ausländische Teams als Gegner ausgewählt worden sind. So etwa Mitte Juli der französische Meister Paris St. Germain, die mit 4:2 besiegt werden konnte. Auch in Zukunft werden viele deutsche Teams, die von ihren traditionsbewussten Anhängern leben, ganz gewiss wieder vermeiden wollen gegen RB Leipzig ein Freundschaftsspiel auszutragen, weil die eigenen Zuschauer eine gewisse Macht besitzen.

„Wir haben einen Konsens gefunden“

Nach dem sportlich geschafften Zweitliga-Aufstieg gab es immer wieder Diskussionen, ob RB Leipzig überhaupt eine Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhalten darf. Nach erheblichen Nachbesserungen gab es das Okay und eine klare Worte von Mateschitz, der seinen kleinen Zwist mit der DFL mittlerweile jedoch längst ausgeräumt hat, wie er nun verraten hat: „Das ist Schnee von gestern. Wir haben einen Konsens gefunden, der offensichtlich für beide Seiten zufriedenstellend war, und so sollte es gut sein.“

Kein Vertrauen in Bellot und Dähne

Stattdessen wird der Fokus nun auf die Suche nach einem neuen Torwart gelegt. Nach der schweren Verletzung von Stammkeeper Fabio Coltorti, der wegen eines Innenbandanriss zumindest bis Anfang November ausfallen wird, gibt es mit dem Hoffenheimer-Ersatzkeeper Jens Grahl und dem Kölner Ersatzmann Thomas Kessler zwei Kandidaten. Grahl war in der letzten Spielzeit Stammkeeper bei den Kraichgauern, während Kessler beim FC St. Pauli in der Bundesliga-Spielzeit 2010/11 die Nummer eins im Gehäuse gewesen ist. Diese Gedankenspiele dienen auch nicht gerade als Mutmacher für die beiden Ersatzkeeper Benjamin Bellot und Thomas Dähne, denen Zorniger nicht zutrauen kann, den Schweizer Internationalen vernünftig ersetzen zu können.

Holt Rangnick seinen Ex-Keeper Grahl?

Rangnick hat Grahl im Jahr 2009 als damaliger Cheftrainer der TSG geholt. Allerdings besitzt der 25-Jährige noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 in Hoffenheim. 1899 hat mit Oliver Baumann vom SC Freiburg bereits einen neuen Stammkeeper holen können. Grahl soll als Stellvertreter jedoch weiterhin auf der Ersatzbank verweilen. Für die Leipziger-Defensive könnte währenddessen Innenverteidiger Jannik Verstergaard wechseln. Auch daran sieht man schnell, dass echte Qualitätstransfers zu den Bullen wechseln sollen.


Informationen
Quelle: welt.de, "l-iz.de"
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: RB Leipzig, Dietrich Mateschitz, Alexander Zorniger, Benjamin Bellot, Dähne, Grahl, Kessler, Kalmar,
Datum: 29.07.2014 12:49 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-rb-leipzig-boss-mateschitz-will-mittelfristig-mit-bayern-und-dortmund-konkurrieren-14307.html
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