Spannender Saisonendspurt in Liga 2


Der 31. Spieltag der 2. Bundesliga ist mit Ausnahme des Montagabend-Spiels absolviert. Sowohl im Aufstiegsrennen als auch im Abstiegskampf ist für Spannung gesorgt. Im Folgenden wird ein genauer Blick auf die aktuelle Konstellation im Kampf um Platz drei geworfen und versucht zu erläutern, für wen es am Ende der Saison einen Grund zum Jubeln geben könnte.

FSV Frankfurt

5. Platz, 50 Punkte; Torverhältnis: +12

Die von Benno Möhlmann trainierten Frankfurter spielen bislang eine sehr ordentliche Saison. Nachdem man in den ersten sechs Begegnungen vier Siege und zwei Unentschieden holte, fand sich der Verein auf dem 3. Platz der Tabelle wieder. Vor allem die Siege gegen Hertha BSC (3:1) und den FC St. Pauli (2:1) vor heimischer Kulisse ließen so manch einen schon vom Aufstieg träumen. Doch die Euphorie wurde schnell gestoppt: Nur ein Punkt aus den nächsten vier Partien bedeutete das Abrutschen auf Position acht der Tabelle.

Auch im weiteren Verlauf der Spielzeit traf man die Mannschaft um Kapitän Björn Schlicke im Niemandsland der Tabelle an. Mit dem Wort "Abstieg" wurde sich nie beschäftigt, aber auch für Ambitionierteres reichte es lange nicht.
In beständiger Regelmäßigkeit tauschte man positive mit negativen Gefühlen nach dem Abpfiff der Spiele. Erst am 22. Spieltag, dem jeweils sechs Siege und sechs Niederlage vorausgingen, klopfte man vorsichtig wieder im aufstiegsrelevanten Bereich der Tabelle an. Dem 1:0-Heimsieg gegen Energie Cottbus folgte der vierte Rang des Gesamtklassements.

Doch wie bereits zum Auftakt der Saison trat die Mannschaft durch ein 0:3 bei den "Kiezkickern" von St. Pauli selber auf die Bremse und rutschte zwei Plätze nach unten.
Der erfahrene Benno Möhlmann wusste seine Schützlinge immer wieder aufzumuntern und so verzeichnete das Team nach dem 23. Spieltag 17 Punkte in acht Duellen und steht momentan mit der Bilanz von 15 Siegen, fünf Unentschieden und elf Niederlagen auf dem 5. Rang.
Sollte der Tabellendritte aus Kaiserslautern Montagabend in der Lausitz patzen und nicht gewinnen, werden die Hoffnungen auf den Relegationsplatz im Umfeld der Frankfurter weiter genährt werden. Zu einer Vorentscheidung oder weiterer Spannung könnte es somit bereits am 32. Spieltag kommen. Der FSV muss auswärts bei den "Roten Teufeln" aus Kaiserslautern antreten. Dort kann man zeigen, ob man den Ansprüchen eines potentiellen Aufsteigers würdig ist.

Restprogramm:

1. FC Kaiserlautern (A) – VfL Bochum (H) – Eintracht Braunschweig (A)


1. FC Köln

4. Platz, 51 Punkte; Torverhältnis: + 9

Nach dem bitteren Gang in Liga 2 wurde dem neuen Trainer Holger Stanislawski eine im Vergleich zum Erstligajahr kräftig umgekrempelte Mannschaft vorgesetzt. Die vielen jungen Spieler sollten aufgebaut und durch erfahrene Akteure unterstützt werden.
Dass die Jungprofis Anlaufschwierigkeiten hatten, machte die Bilanz aus zwei Punkten nach sechs Runden deutlich – der FC stand auf einem Abstiegsplatz. Die Unruhe im Verein war enorm. Doch die Mannschaft fing sich, verlor seit dem siebten Spieltag bis dato nur noch zwei Begegnungen.

Mit nur sechs Niederlagen liegen die "Geißböcke" auch in dieser Bilanz auf Rang vier. Allein die vielen Unentschieden verhindern, dass der Klub vom Niederrhein besser dasteht. Zwölf Remis sind für ein Team, mit solchen Ambitionen, zu wenig. Nach einem knappen 2:1-Erfolg vor heimischer Kulisse gegen Auf- und - seit dem Wochenende wieder - Absteiger aus Regensburg kletterte man erstmalig in der Saison auf den heißbegehrten dritten Platz. Doch schon am kommenden Spieltag verlor man diesen wieder: Im direkten Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern, die zu diesem Zeitpunkt direkt hinter den Kölnern waren, verlor das Team von Stanislawski auf dem Betzenberg mit 0:3.

Nach einer Serie von 15 Spielen ohne Niederlage mussten Kapitän Miso Brecko und
seine zehn Mitspieler mal wieder ohne Punkte im Gepäck die Heimreise antreten. Die Riesenchance sich von Kaiserlautern abzusetzen war vertan und seitdem hechelt man auf Platz vier liegend stets hinterher. Der anschließende Sieg, gepaart mit zwei Remis ergeben die Situation – ähnlich wie in Frankfurt -, dass die Kölner darauf hoffen müssen einen Ausrutscher des Verfolgten bei Cottbus zu sehen.

Restprogramm:

VfL Bochum (A) – Hertha BSC (H) – FC Ingolstadt(A)


1. FC Kaiserslautern

3. Platz, 52 Punkte; Torverhältnis: +20

Die meisten Punkte, das beste Torverhältnis und Platz drei: Vieles spricht im Kampf um Relegationsplatz drei für den viermaligen deutschen Meister aus Kaiserslautern. Von Beginn an wurde klar, dass es für die Spieler von Franco Foda, der das Ruder der Pfälzer nach dem Abstieg 2012 übernahm, nur um den direkten Wiederaufstieg gehen kann. Beinahe die gesamte Hinrunde ist man ohne Niederlage ausgekommen. Erst am 17. Spieltag setzte es eine 0:1-Auswärtsniederlage am Millerntor beim FC St. Pauli.

Der Trend zeigte nach unten und so behielt es ich das Team vor, auch die beiden letzten Duelle im Jahr 2012 zu verlieren (0:2 gegen Union Berlin und 0:1 gegen den VfR Aalen). Am dritten Platz, der am neunten Spieltag nach einem 1:1 bei Ingolstadt eingenommen wurde, änderte das allerdings nichts. Dennoch fiel auf, dass die Mannschaft zwar erfolgreich war, aber rein vom Ergebnis her die Dominanz fehlte. Ein 4:1 gegen Erzgebirge Aue stellt hier schon einen positiven Ausreißer dar. Ansonsten wurden bis zur Winterpause fünf der acht Partien mit nur einem Tor Unterschied gewonnen – Minimalismus pur.

Nach der Winterpause wurde mit zwei eingefahrenen Siegen der dritte Platz gefestigt, ehe in den nächsten vier Partien nur drei Zähler heraussprangen. Der Druck der Konkurrenz, allen voran der Kölner, war spürbar. Nachdem erneut nur unentschieden gespielt wurde, zogen wie schon erwähnt die Spieler der Karnevalsmetropole Köln am FCK vorbei. Würde der Aufstiegsaspirant den Aufstieg kurz vor Schluss tatsächlich noch verspielen? Erst einmal nicht: Mit einem souveränen 3:0 zeigte man den Rheinländern auf dem Betzenberg die Grenzen auf und eroberte den so wichtigen dritten Platz zurück.
Am 30. Spieltag konnte der Vorsprung auf Platz vier durch ein 3:0 gegen den SC Paderborn vergrößert werden.
Am Montag haben die Pfälzer bei Energie Cottbus die Möglichkeit, sich vier Punkte abzusetzen und drei Runden vor Schluss ein Punktepolster zu haben, mit dem die Situation schon entspannter aussieht.

Restprogramm:

Energie Cottbus (A) – FSV Frankfurt (H) – SSV Jahn Regensburg (A) – FC St. Pauli (H)


Fazit

Für Kaiserslautern sieht es gut aus. Nicht nur die tabellarische Sicht spricht für sie – bei einem Sieg in Cottbus beträgt der Vorsprung bereits vier Zähler -, auch beim Restprogramm haben die Kicker von Franco Foda von den drei eben erwähnten Teams das vermeintlich Leichteste. Frankfurt muss noch zum Tabellendritten aus Kaiserslautern und Aufsteiger Braunschweig. Köln bekommt es noch mit Bundesligarückkehrer Hertha zu tun. Allerdings könnte der Fakt, dass Braunschweig und Berlin bereits aufgestiegen sind, auch für Vorteile sorgen, da bei ebengenannten die notwendige Ernsthaftigkeit fehlt. Doch wer Torsten Lieberknecht (Braunschweig) und Jos Luhukay (Berlin) kennt, weiß, dass diese ihre Mannschaften für die letzten drei Spieltage richtig einstellen und keine Nachlässigkeiten dulden werden.


Informationen
Quelle: transfermarkt.de
Autor: Christoph Lesk
Schlagworte: Frankfurt, Köln, Kaiserslautern, Relegation
Datum: 29.04.2013 12:24 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-spannender-saisonendspurt-in-liga-2-5251.html
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