Union mit viel Arbeit, aber ohne Neuzugänge


Union Berlin zählte zu den absoluten Überraschungsteams in der 2. Bundesliga. Der 7. Platz mit acht Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz für den Aufstieg ist ein achtbares Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Köpenicker finanziell nicht auf Rosen gebettet sind und eher als der „Arbeiterverein“ durchgeht. Kein Wunder, dass Neuzugänge bei der angespannten finanziellen Situation nicht verpflichtet werden.

Trainer Uwe Neuhaus muss mit dem vorhandenen Personal arbeiten. Die Defizite haben sich gefährlich summiert und so hat Neuhaus vor dem Rückrundenauftakt nächste Woche Freitag beim SC Paderborn noch einiges zu tun. Konkret verlangt der ehemalige Bundesligaprofi mehr Frische, sowohl im geistigen als auch im körperlichen Bereich und vor allem mehr Sicherheit im Passspiel. Derzeit neigen seine Mannen zu riskanten Pässen, die den Gegner häufig zu Großchancen kommen lassen. Neuhaus hat sogar ein wenig Verständnis dafür. „Nach zweieinhalb Wochen mit zwei Trainingseinheiten am Tag sind unsere Spieler sichtbar müde – körperlich und auch vom Kopf her.“
Das Trainingslager an der spanischen Südküste verlief eher suboptimal. Auch wenn sich das Wetter von seiner schönsten Seite zeigte und optimale Bedingungen bot. Das sportliche verlief eher ernüchternd. In den acht Tagen wurden sämtliche drei Testpartien verloren. Eine mögliche Vierte fiel aus, weshalb der Berliner-Tross schon am Montag die Heimreise in heimische Gefilde antrat. Auch in der heimischen Försterei wird die sowieso schon angespannte Miene des ehrgeizigen Neuhaus sich nicht elementar zum Besseren wenden. Zu schlecht sind die Bedingungen auf dem angefrorenen Rasen. Auch wenn er äußerlich Ruhe bewahrte: „Das kommt ja nicht überraschend, wir waren vorbereitet.“
Nun geht es darum im gewohnten Umfeld an der nötigen Spritzigkeit zu arbeiten, die bei einem Waldlauf, sowie verschiedenen Athletikübungen erarbeitet werden soll. Auch der erste Testspielerfolg gegen den dänischen Zweitligisten AB Kopenhagen soll her und damit eine erhebliche Steigerung des Selbstvertrauens.
Neuhaus verlangt von nun an eine Steigerung seiner Mannschaft in allen Bereichen: „Wir müssen langsam die krassen Fehler im Spiel abstellen. Weniger Müdigkeit, mehr Frische, vor allem im Kopf. Wir müssen schneller reagieren beim Lösen von Problemen auf dem Platz, kompakter sein und sicherer im Spielaufbau.“ Neuhaus weiß, dass die verlorenen Testspi
ele gegen Mannschaften bestritten wurde, die schon in ihrer Meisterschaft „voll im Saft“ stehen.
Die personellen Fragen gestalten sich ebenfalls als extrem heikel, da noch unklar ist, wann die Rekonvaleszenten Michael Parensen und Christoph Menz wieder einsatzfähig sind. Auf einem guten Weg befindet sich immerhin schon Parensen, der nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk erhebliche Fortschritte macht. Neuhaus äußert sich zumindest in diesem Fall optimistisch: „Ich gehe fast davon aus, dass er in Paderborn zur Verfügung steht.“ Eine gewagte These, wenn man bedenkt, dass das Sprunggelenk des Mittelfeldspielers noch stark geschwollen ist. Auch erschwert der ständige Wechsel des Trainingsuntergrunds (gefrorener Boden, Kunstrasen, Hallenparkett) nicht gerade zu einem perfekten Heilungsverlauf bei. Bei Innenverteidiger Menz sind nach seiner Fußoperation bisher keine Probleme aufgetreten und er dürfte das komplette Trainingsprogramm wieder mitmachen.
Um im relativ kleinen Kader beim nächsten Mal auf personelle Engpässe besser reagieren zu können, soll der Kader aufgestockt werden. Der kanadische Innenverteidiger Nana Attakora wird dies sicherlich nicht tun. Als Testspieler konnte er im Trainingslager die Verantwortlichen nicht vollends überzeugen. Neuhaus schiebt die Schuld auch auf die mannschaftlichen Schwächen: „Er ist sicherlich kein schlechter Spieler, doch so wie es jetzt da unten gelaufen ist, war es nicht gerade glücklich.“ Die großen Sprachschwierigkeiten sowie die mäßigen Leistungen in den Testmatches. Die Qualitäten reichten nicht aus, um den Unionern sofort weiterhelfen zu können. Damit wird es aller Voraussicht bis zum Ende der Transferperiode am 31.1.2012 keine Neuzugänge geben.
Zumindest die treuen Fans der „Eisernen“ halten dem Traditionsverein eisern die Treue. So ist das Heimspiel am 21. Spieltag gegen Dynamo Dresden schon jetzt restlos ausverkauft. Es scheint, als seien die Anhänger heiß auf die Neuauflage des ehemaligen DDR-Oberligaspiels.


Informationen
Quelle: bz-berlin.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Union Berlin
Datum: 26.01.2012 19:31 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-union-mit-viel-arbeit--aber-ohne-neuzugänge-788.html
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