Sandhausen-Keeper Riemann erklärt das Pokalwunder


Sandhausen-Keeper Riemann erklärt das Pokalwunder
Bild: dfb.de
Ein glänzendes Debüt konnte Sandhausens-Keeper Manuel Riemann für seinen neuen Verein SV Sandhausen im DFB-Pokal-Erstrundenmatch gegen den Bundesligisten 1. FC Nürnberg abliefern. Nach einem 1:1-Unentschieden nach 120 Spielminuten gelang es dem 24-jährigem Keeper mit starken Paraden ein 4:3 im Elfmeterschießen zu besiegeln. Zwei Elfer von Hanno Balitsch und Marvin Plattenhardt konnte der reflexstarke Keeper parieren. Schon vor sechs Jahren konnte er damals in Diensten vom SV Wacker Burghausen mit glänzenden Paraden im Erstrundenspiel gegen den FC Bayern München den Kontrahenten mit einer beeindruckenden Leistung zur Weissglut. Riemann scheint zu einem echten Pokalexperten zu mutieren. Nun hat er sich zum Gespräch mit DFB.de zu verschiedenen Themen rund um dieses Pokalspiel und den Belangen des verspäteten Zweitligisten aus Sandhausen geäußert.

„Ich bin im Kopf das ganze Spiel noch einmal durchgegangen“

So berichtet er etwa über sein Schlafverhalten nach diesem historischen Pokaltriumph mit dem SVS folgendes: „Immerhin von drei bis neun Uhr. Das Einschlafen war schwierig. Ich bin im Kopf das ganze Spiel noch einmal durchgegangen.“ Und er berichtet konkret, welche Szene ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben ist, wenn er sagt: „Schwer zu sagen. So ein Elfmeterschießen bleibt selbstverständlich haften. Wir sind gut in die Partie gekommen, haben aber dann den Faden verloren und unglücklich das 0:1 kassiert. Trotzdem hat man gespürt, dass wir immer an die Sensation geglaubt haben. Nach dem 1:1 haben die Nürnberger damit angefangen, sich immer häufiger beim Schiedsrichter zu beschweren. Das war für uns ein Zeichen, dass wir die Überraschung schaffen können. Für die gesamte Mannschaft war das ein großer Erfolg.“

„Bei jedem Elfmeter war ich in der richtigen Ecke“

Nicht erst seit der WM 2006 wird sich vor einem Elfmeterschießen über die kommenden Elfmeterschützen ganz besonders intensiv ausgetauscht. Vor der finalen Phase gegen den FCN war dies jedoch nicht unbedingt notwendig und erforderlich, wie Riemann „DFB.de“ nun verraten hat: „Ich hatte vor der Verlängerung kurz Kontakt zu unserem Torwarttrainer Daniel Ischdonat. Mit Ausnahme von Daniel Ginczek stand allerdings zu diesem Zeitpunkt kaum ein Nürnberger auf dem Platz, bei dem er uns einigermaßen sicher waren, wohin er schießt. Es lief trotzdem hervorragend. Bei jedem Elfmeter war ich in der richtigen Ecke.“ Schon vor dem fünften Elfmeter, den eigentlich der SVS-Keeper selbst hätte schießen sollen, war die Entscheidung letztlich perfekt gemacht worden. Dazu kann Riemann nun folgendes berichten: „Ich wäre zum fünften Elfmeter angetreten. Zuvor hatten sich bei uns vier Schützen gemeldet. Es ist nicht gut, als Torhüter früher anzutreten. Wenn man dann verschießt, ist man im Kopf nicht mehr so frei, um sich hundertprozentig auf die folgenden Elfmeter konzentrieren zu können.“

Riemanns mentale Vorbereitung vor dem Elferkick

Über seine mentale Vorberei
tung vor solch einem Elfmeterschießen kann er nun folgendes berichten :„Die Nürnberg-Partie war mein erstes Pflichtspiel für Sandhausen. Vor solchen Höhepunkten gehe ich meine guten Spiele noch einmal in Gedanken durch. Das Bayern-Spiel war dabei. Als klassentieferer Verein war uns bewusst, dass wir gegen Nürnberg mindestens viermal verwandeln müssen, um eine Chance zu haben. Vor dem Elfmeterschießen gab es bei uns die Überzeugung, dass wir nur gewinnen können. Das war wichtig.“ Im Pokal herrscht eine echte Euphorie rund um den SV Sandhausen nach dem Sieg gegen den DFB-Pokal-Sieger aus dem Jahr 2007. In der zweiten Liga hingegen konnte aus den ersten beiden Saisonspielen lediglich ein magerer Punkt geholt werden, wodurch der Druck auf die kommenden Spiele noch weiter erhöht worden ist. Über diese ganz besondere Motivation kann Riemann nun folgendes berichten: „ Wir haben uns gegen Nürnberg zum ersten Mal für den Aufwand belohnt, den wir betreiben. Daran müssen wir anknüpfen. Die ersten beiden Begegnungen in der Liga hatte ich wegen eines Faserrisses im Bauchmuskelbereich verpasst. Die Leistung war jeweils in Ordnung. Leider haben wir einmal nicht aufgepasst und vorne unsere Chancen nicht genutzt.“

„Ich hoffe, dass sich „Glücksfee“ Lena Goeßling ins Zeug legt“

Vor jeder DFB-Pokalrunde werden die Beteiligten nach ihrem Wunschgegner gefragt. Nicht anders gestaltet sich die Situation beim Riemann, der seinen Ex-Verein im Fokus des Interesses sieht: „Ich würde gerne in Osnabrück antreten. Ich hoffe, dass sich "Glücksfee" Lena Goeßling ins Zeug legt.“ Und er nennt zugleich auch noch die Gründe, warum er den VfL nach der abgelaufenen Spielzeit in Richtung Sandhausen verlassen hat. So begründet er dazu folgendes: „Die 2. Liga war mein unbedingtes Ziel. Ich denke, das konnte man in den Relegationsspielen gegen Dynamo Dresden sehen. Trotz unseres Scheiterns fiel es mir anschließend enorm schwer, Osnabrück zu verlassen. Im VfL-Stadion herrscht eine einzigartige Atomsphäre. Ich wollte jedoch den nächsten Schritt machen und die Gespräche mit SVS-Trainer Alois Schwartz waren sehr positiv.“


Informationen
Quelle: dfb.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Manuel Riemann, SV Sandhausen
Datum: 06.08.2013 11:33 Uhr
Url: http://www.2-liga.com/2liga/news-sandhausen-keeper-riemann-erklaert-das-pokalwunder-6780.html
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