Neue Regeln im Glücksspiel: Nimmt sich Österreich das deutsche Glücksspielgesetz zum Vorbild?


Glücksspiele sind äußerst beliebt. Doch vor allem Online Casinos hatten in Deutschland lange Zeit Lizenzprobleme. Dies lag vor allem in einer uneinheitlichen Regelung begründet. Die einzelnen Bundesländer konnten sich nicht auf ein gemeinsames Konzept einigen. Doch 2021 war es endlich so weit und der Glücksspielstaatsvertrag trat in Kraft. Diesen könnte sich nun auch Österreich zum Vorbild nehmen. Das hat womöglich auch Auswirkungen auf sogenannte Lootboxen, die in zahlreichen Videospielen zum Einsatz kommen. Aktuell liegt das Vergaberecht für Lizenzen von Glücksspielen bei der staatlichen Casino Austria AG, weshalb in Österreich ein Monopol vorliegt. Gewerbliche Anbieter haben bislang keine Chance, Glücksspiele anzubieten.



Was steht im Glücksspielstaatsvertrag?

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt in Deutschland zentral das Glücksspiel. Ziele des Gesetzes sind unter anderem ausreichender Spielerschutz vor allem hinsichtlich möglicher Spielsucht, sowie die Durchsetzung rechtlich anerkannter Glücksspielanbieter. Dies drückt sich darin aus, dass Online Casinos in der Lage sind, Lizenzen zu erwerben. Dabei müssen sie sich an Regularien halten, um eine Glücksspiellizenz zu ergattern. Unter anderem müssen Sie sich mit dem Länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystem, kurz LUGAS, verbinden. Dieses sammelt Daten der Spieler und setzt dem Spieler und den Spielen selbst Limits, die eingehalten werden müssen. Spieler dürfen demnach pro Monat maximal 1000 Euro einsetzen. Außerdem müssen beispielsweise zwischen zwei Drehungen bei sogenannten Slotmaschinen mindestens 5 Sekunden Zeit vergehen. Weiterhin verhindert das System das parallele Spielen auf zwei Geräten. Ob auch Österreich sich dieses System zum Vorbild nimmt, ist noch unklar.

Womit müssten österreichische Anbieter rechnen?

Mit der möglichen Einführung neuer Regelungen nach deutschem Vorbild fragen sich Kritiker womöglich: Ist dies das Ende des Glücksspiels in Österreich? Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein. Gerade Online Casinos könnten von den neuen Regelungen profitieren und neue Kunden hinzugewinnen. Schließlich befindet sich das Glücksspiel in Online Casinos in einer rechtlichen Grauzone. Das hat auf einige Spieler eine abschreckende Wirkung. Auswirkungen könnten jedoch Videospielentwickler spüren, die auf sogenannte Lootboxen setzen, um hohe Gewinne einzufahren. Bekanntestes Beispiel sind wohl die FIFA Ultimate Ca
rds. Lootboxen wurden von österreichischen Gerichten als Glücksspiel eingestuft. Möglicherweise könnten Publisher sich den Glücksspielstaatsvertrag zunutze machen und das Verbot umgehen.

Was sind Lootboxen in Videospielen überhaupt?

In den letzten Jahren treten vermehrt Stimmen zutage, die sich mit dem Thema Lootboxen in Online-Videospielen kritisch auseinandersetzen. Bei Lootboxen handelt es sich um käuflich erwerbbare, aber auch erspielbare Kisten, die je nach Videospiel zufällige Waffen, Gegenstände oder Kleidung beinhalten können. Als bedenklich gelten vor allem die käuflichen Angebote, da sie dem Prinzip des Glücksspiels stark ähneln. Nach dem Pay-to-Win-Prinzip erwerben Spieler eine Lootbox für Echtgeld und erlangen durch seltene Gegenstände einen Vorteil gegenüber anderen Spielern. Da gute Waffen oder Items allerdings selten sind, beschaffen sich Spieler häufig nicht nur eine Box. Dieses Spielprinzip besitzt laut einigen Studien einen Suchtfaktor, der dem klassischen Glücksspiel nahekommt. Das große Problem in Deutschland: Noch gibt es keine gesetzlichen Regelungen, die Lootboxen begrenzen oder zumindest regulieren. Vor allem Spiele, die auch bei Minderjährigen sehr beliebt sind, stellen sich als problematisch heraus. Lootboxen gelten in Deutschland schlichtweg nicht als Glücksspiel.

Was könnte sich noch ändern?

Vor allem Anbieter aus dem Ausland hätten bei Einführung eines neuen Vertrages vielleicht die Möglichkeit, eine Lizenz zu beantragen. Dadurch würde der österreichische Monopolist win2day Konkurrenz bekommen und die Spieler mehr Auswahlmöglichkeiten erhalten.

Foto: Pixabay


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Autor: Gast
Schlagworte: 2. Bundesliga, Wetten, Österreich
Datum: 14.09.2023 16:24 Uhr
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